Fester Bestandteil der Bildungs- und Integrationsarbeit in Mönchengladbach
Seit 20 Jahren eröffnet die Maßnahme „Berufliche Integration für Frauen mit Migrationshintergrund“ (BIF) Frauen neue berufliche und persönliche Perspektiven. Bei einer Jubiläumsfeier in der Volkshochschule Mönchengladbach wurde am 23. September auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurückgeblickt.
Im Mittelpunkt des Abends standen vor allem die Menschen, die BIF über die Jahre geprägt haben: ehemalige und aktuelle Teilnehmerinnen, Mitarbeitende, Dozierende und Kooperationspartner*innen.
Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Felix Heinrichs widmete sich eine von Ursula Gormanns moderierte Podiumsdiskussion der Entwicklung und Bedeutung des Projekts. Gemeinsam mit ehemaligen Teilnehmerinnen, der BIF-Projektkoordinatorin Claudia Negrini, der Geschäftsführerin des Jobcenters Anja Winnefeld und dem Oberbürgermeister wurde deutlich, wie sich die Maßnahme in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat und welchen Stellenwert sie für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Frauen mit Migrationshintergrund in Mönchengladbach besitzt.
Besonders waren dabei die persönlichen Erfahrungen ehemaliger Teilnehmerinnen. Geschichten wie die von Kanya Klammer aus Thailand, die als Näherin ihren beruflichen Werdegang in Mönchengladbach begann und danach zu einem Unternehmen im Bereich Technische Konfektion und Gewerbetechnik wechselte, zeigen beispielhaft, welche Wege durch Unterstützung, Qualifizierung und persönliche Begleitung möglich werden.
Auch Maryna Kovalova aus der Ukraine steht für die nachhaltige Wirkung des Projekts. Als sie aus der Ukraine kam, hat BIF für sie neue berufliche Perspektiven geboten. Sie brachte eine Ausbildung als Kosmetikerin aus ihrem Heimatland mit und steht nun kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die feierliche Zeugnisübergabe an die aktuellen BIF-Teilnehmerinnen. Mit dem erfolgreichen Abschluss haben sie einen wichtigen Schritt auf ihrem weiteren beruflichen Weg gemacht.
„Hinter 20 Jahren BIF stehen vor allem die Geschichten und Erfolge der Frauen, die an der Maßnahme teilgenommen haben“, unterstreicht Cleopatra Altanis, Programmbereichsleiterin Deutsch, Integration und Alphabetisierung an der Volkshochschule Mönchengladbach. „Ihre unterschiedlichen Lebenswege zeigen, wie wichtig niedrigschwellige Bildungsangebote, individuelle Beratung und kontinuierliche Begleitung für einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt sein können.“
BIF verbindet seit zwei Jahrzehnten sprachliche und fachliche Weiterbildung mit praxisnaher Bildungsarbeit. Die Teilnehmerinnen werden dabei unterstützt, vorhandene Kompetenzen weiterzuentwickeln, neue Qualifikationen zu erwerben und konkrete berufliche Perspektiven aufzubauen. Je nach individueller Situation kann der Weg in Ausbildung, weitere Qualifizierung oder Beschäftigung führen.
Mehr Souveränität und Teilhabe
Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat sich die Maßnahme zu einem festen Bestandteil der Bildungs- und Integrationsarbeit in Mönchengladbach entwickelt. BIF steht dabei nicht allein für berufliche Qualifizierung, sondern auch für mehr Selbstständigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und neue Zukunftsperspektiven.
Die Jubiläumsfeier bot neben dem offiziellen Programm vor allem Gelegenheit für persönliche Begegnungen und Erinnerungen. Ehemalige Teilnehmerinnen trafen auf Wegbegleiter*innen aus früheren Jahren, aktuelle Teilnehmerinnen kamen mit Dozierenden und Projektverantwortlichen ins Gespräch. So wurde der Abend auch zu einem Wiedersehen vieler Menschen, die BIF in den vergangenen zwei Jahrzehnten begleitet und mitgestaltet haben.
Nach 20 Jahren zeigt sich: Erfolgreiche Integration braucht Zeit, Vertrauen und individuelle Unterstützung. Die zahlreichen beruflichen Wege, die Frauen durch BIF eingeschlagen haben, machen deutlich, dass sich diese Investition lohnt.
Mit dem Jubiläum wurde deshalb nicht nur auf die vergangenen 20 Jahre zurückgeblickt, sondern zugleich ein Zeichen für die Zukunft gesetzt. Die Geschichten der Teilnehmerinnen zeigen, welches Potenzial in gezielter Bildungs- und Integrationsarbeit steckt – und wie daraus neue berufliche Perspektiven und persönliche Chancen entstehen können.