Arbeitsprogramm des vhs-Landesverbandes 2023 – 2026

Die vhs2030 in NRW: Zukunft gestalten. Gemeinsam. Für alle.

Die Volkshochschulen in NRW und ihr Landesverband sind Bildungspartner des Landes und integraler Bestandteil der kommunalen Bildungsinfrastruktur. Die Volkshochschulen bieten Zugang zu einem breiten Angebot des lebensbegleitenden Lernens und tragen mit Weiterbildungsangeboten entscheidend zur Bewältigung aktueller gesellschaftspolitischer Herausforderungen bei.

Als Bildungspartner setzen der Landesverband und seine Mitgliedseinrichtungen die Aufträge und Ziele des Weiterbildungsgesetzes landesweit um und fördern die Leistungsfähigkeit und die Potenziale der kommunalen Weiterbildungseinrichtungen. Um ihr hochwertiges, bedarfsgerechtes und zeitgemäßes Angebot zu sichern und auszubauen, bedarf es einer kraftvollen politischen Unterstützung und einer angemessenen materiellen Ausstattung.

Im Sinne ihrer aufklärerischen Tradition begreifen Volkshochschulen die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Umbrüche gleichermaßen als Bildungsauftrag wie auch als Chance zur eigenen strategischen Weiterentwicklung auf Organisations- und Programmebene. Gerade in Zeiten der Verunsicherung wollen Volkshochschulen weiterhin offene Orte sein, wo Menschen sich begegnen, miteinander in Dialog treten und Zukunftskompetenzen erwerben, unabhängig von Herkunft und Status. Die kommunalen Weiterbildungszentren wirken mit ihren Angeboten integrativ und verhindern, dass Menschen „abgehängt“ werden. Volkshochschulen fördern somit individuelle Teilhabe und stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie.

Mit der „Duisburger Erklärung“ aus dem Jahr 2021 haben die Volkshochschulen in NRW erklärt, Verantwortung für die Bewältigung aktueller politischer Herausforderungen in unserem Land zu übernehmen. Dieser Haltung entspricht das im Folgenden skizzierte Arbeitsprogramm „Die vhs2030 in NRW: Zukunft gestalten. Gemeinsam. Für alle.“ Der Verband der Volkshochschulen von NRW mit seinen Mitgliedseinrichtungen, seiner Landesgeschäftsstelle und seinen verbandlichen Gremien betrachtet dieses Arbeitsprogramm als gemeinsame Leitlinie sowohl für die Interessenvertretung gegenüber dem Land und den Kommunen als auch für den Auf- und Ausbau der verbandsinternen Support- und Servicestrukturen. Ziel ist die stetige qualitative Weiterentwicklung der Volkshochschullandschaft in NRW.

1. Zukunft der gemeinwohlorientierten Weiterbildung gestalten

Lebensbegleitendes Lernen gewinnt in Folge gesellschaftlicher Umbrüche wie dem digitalen Wandel weiter an Bedeutung. Durch die Veränderung von Bildungs- und Erwerbsbiographien erweitern und differenzieren sich die Anforderungen der Menschen an ein breites wie bedarfsorientiertes Programmangebot sowie an lokale Lernräume mit zeitgemäßer Infrastruktur. Um die Volkshochschulen als kommunale Weiterbildungszentren zu stärken, bedarf es einer angemessenen Grundförderung und Ausstattung sowie unterstützender Organisationsentwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen.

  • Die Bildungsangebote der Volkshochschulen müssen für alle Menschen bezahlbar bleiben. Die Dynamisierung der Landesförderung für das hauptamtliche pädagogische Personal entlang der Tarifsteigerung ist zu sichern und weiter zu entwickeln. Die Kommunen sind in der Pflicht, attraktive Bildung für alle vor Ort zu gewährleisten. Der Landesverband der Volkshochschulen von NRW setzt sich fortwährend und insbesondere im Zuge der Evaluation des Weiterbildungsgesetzes für eine angemessene Grundfinanzierung der kommunalen Weiterbildung durch Land und Kommunen ein.
  • Volkshochschulen sind nicht nur Lernorte, sondern auch Zentren der Begegnung und des Dialogs. Sie bieten offene, attraktive Räume für die persönliche Fortentwicklung, das kreative Arbeiten in Gruppen und gesellschaftliche Diskurse in Stadt und Land. Der Landesverband entwickelt Konzepte für kommunale Lernräume der Zukunft.
  • Lernräume der Zukunft haben auch eine digitale Dimension. Die Volkshochschulen begleiten den digitalen Wandel in der Gesellschaft mit zielgerichteten Weiterbildungsangeboten. Der Landesverband treibt die digitale Entwicklung in den Volkshochschulen weiter voran und setzt sich gegenüber Land und Kommunen für den Ausbau einer nachhaltigen digitalen Infrastruktur ein, die auch qualifiziertes Personal für digitale Bildung und technischen Support umfasst.
  • Entwicklung und Innovation werden durch Bildungsprojekte gefördert. Der Landesverband unterstützt die Projektfähigkeit der Volkshochschulen durch Beratung, Vernetzung und Kooperation, so dass alle Volkshochschulen an Mitteln der Projektförderung partizipieren. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes wird als Serviceeinheit für die Volkshochschulen weiterentwickelt und baut die Kompetenzen und Kapazitäten für landesweite Projekte aus. Der Landesverband unterstützt die Evaluation der neuen Förderinstrumente in ihrer Wirkung.
  • Die gegenseitige Beratung, Verbreitung guter Praxis und gemeinsame Arbeit an strategischen Organisationsentwicklungsprozessen in den Volkshochschulen ist ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit.
  • Der Landesverband unterstützt die Volkshochschulen, attraktive Arbeits- und Wirkungsorte zu bleiben, Fachkräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und zu halten.

2. Gemeinsam und vernetzt wirken – im Verband und darüber hinaus

Das breite Bildungsangebot der Volkshochschulen schafft vielfältige Anknüpfungspunkte zu Akteuren in allen gesellschaftlichen Bereichen. Aus einer stärkeren Verzahnung der vielfältigen Angebote von Volkshochschulen ergeben sich neue Chancen, insbesondere im Bereich der Integration und Fachkräftegewinnung. Die Volkshochschulen in NRW und ihr Landesverband übernehmen Verantwortung für den Auf- und Ausbau vernetzter Bildungslandschaften in den Kommunen und Regionen.

  • Der Landesverband knüpft in den unterschiedlichen Bildungsfeldern Kontakte zu relevanten Akteuren, erschließt neue Kooperationen und Allianzen für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung und fördert so die Chancen auf Mitwirkung an Programmen, Projekten und Gremien auf kommunaler und auf Landesebene.
  • Die Volkshochschulen sind in einzigartiger Weise in der Lage, Angebote der Integration, der Grundbildung und nachholenden Schulabschlüsse sowie der Berufsorientierung und Beschäftigungsförderungen in einer Bildungskette zu verzahnen und durch Beratungsangebote individuelle Perspektiven zu eröffnen. Sie leisten damit bereits aktuell einen wichtigen Beitrag, um Chancen für Zugewanderte und Geflüchtete zu eröffnen und neue Fachkräfte zu gewinnen. Der Landesverband setzt sich dafür ein, dieses Profil im Rahmen der Fachkräfteoffensive NRW zu schärfen und entsprechende Kooperations- und Angebotsstrukturen vor Ort auszubauen.
  • Der Landesverband verstärkt die verbandsinternen Netzwerk-Aktivitäten und begreift insbesondere die Zusammenarbeit in den Bezirksarbeitsgemeinschaften als wichtigen Impuls für die Lobbyarbeit sowie für Organisations- und Angebotsentwicklung.
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  • Der Landesverband unterstützt die Volkshochschulen darin, ihre sozialräumlichen Kooperationsstrukturen auszubauen, um mehr Menschen einen niederschwelligen Zugang zum lebenslangen Lernen zu ermöglichen. Dazu nutzt der Landesverband die mit dem Weiterbildungsgesetz geschaffenen Möglichkeiten zur Ansprache von Menschen aus bisher unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen und verstärkt den innerverbandlichen Austausch von Konzepten und guter Praxis.
  • Der Landesverband macht die Leistungen und Potenziale der Volkshochschulen in den Kommunen und landesweit sichtbar. Volkshochschulen werden damit als bewährte und zentrale Institution der kommunalen Daseinsvorsorge im politischen und öffentlichen Bewusstsein verankert.

3. Bildung für alle: Volkshochschulen spiegeln die vielfältige Gesellschaft und ihre Zukunftsthemen

Volkshochschulen verstehen sich als Einrichtungen des lebensbegleitenden Lernens für alle Menschen. Sie stehen für eine offene Gesellschaft und stellen sich der damit verbundenen Diversität an Identitäten und Orientierungen, Bildungsvoraussetzungen und Lernbedarfen. Als Spiegel einer dynamischen gesellschaftlichen Entwicklung sind sie gefordert, in ihrem Angebot unterschiedliche Interessen, Themen und Perspektiven zu berücksichtigen, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen anzusprechen, zusammenzuführen und miteinander in Austausch zu bringen. Damit wirken die Volkshochschulen auch als Werkstätten der Demokratie und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

  • Volkshochschulen übernehmen Verantwortung für kommunale und landesweite (Bildungs-)Strategien, insbesondere im Bereich der Teilhabe, Integration und Fachkräftequalifizierung. Der Landesverband wirbt (Projekt-)Mittel für einen systematischen Ausbau des Programmangebots ein und bringt sich aktiv in die Gestaltung der Bildungsstrategien auf Ebene der Kommunen und des Landes ein.
  • Die Volkshochschulen sind bestrebt, auf der Organisations-, Programm- und Personalebene die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden. Der Landesverband entwickelt seine Diversity-Strategie kontinuierlich fort und identifiziert geeignete Schritte für die Ansprache und Einbindung neuer Zielgruppen sowie für einen bedarfsgerechten Programmzuschnitt.
  • Der Landesverband begreift die Förderung partizipativer Demokratiebildungs- und Dialogangebote als Querschnittsthema und zentrale Aufgabe der Programmentwicklung über Programmbereichsgrenzen hinweg.
  • Die Volkshochschulen verstehen sich als kommunal verankerte Medienkompetenzzentren, die Prozesse der Digitalisierung in den Kommunen begleiten und Menschen zur souveränen Teilhabe befähigen. Der Landesverband beteiligt sich aktiv an der Umsetzung der Digitalstrategie des Landes.
  • Die Volkshochschulen übernehmen Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung und befähigen die Menschen zur Mitwirkung an der sozial-ökologischen Transformation. Der Landesverband unterstützt die Organisations- und Angebotsentwicklung der Volkshochschulen mit einer eigenen Fach- und Koordinierungsstelle und wirkt aktiv mit an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes sowie der Fortschreibung der Landesstrategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung.
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