Volkshochschulen gestalten das Leben vor Ort mit

Hunderttausende Menschen gehen jährlich in den Volkshochschulen von NRW ein und aus, sie kennen und schätzen „ihre vhs“. Haben die kommunalen Weiterbildungseinrichtungen über die reine Wissensvermittlung hinaus eine Rolle für die lokale Gesellschaft? Welches Potenzial liegt darin? Darüber berieten gestern und heute rund 100 vhs-Leiterinnen und -Leiter bei ihrer Jahrestagung, organisiert vom Landesverband der Volkshochschulen von NRW und diesmal zu Gast in Aachen. „In kaum einer Einrichtung kann die Kommune den Menschen vor Ort so nahe kommen wie in der Volkshochschule. Wir laden alle Städte, Gemeinden und Landkreise in NRW ein, diese Chance noch stärker zu nutzen. Volkshochschulen sind gute Orte, um die breite Bevölkerung einzubinden in die Abstimmung über kommunale Entwicklungsstrategien – sei es zur Stadtgestaltung, zu Mobilität, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung. Bürgerdialoge an Volkshochschulen stärken die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte der Präsident des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW, Klaus Hebborn.

In Aachen ist das bereits Realität: Die Volkshochschule organisiert beispielsweise federführend die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, engagiert sich mit den „Wegen gegen das Vergessen“ und der Verlegung der Stolpersteine für eine lebendige Erinnerungskultur und ist ein zentraler Ort für kommunale Informations- und Beteiligungsverfahren, beispielsweise zu Fragen der Stadtentwicklung. So ist Sibylle Keupen, Oberbürgermeisterin für Aachen, überzeugt: „Die Volkshochschulen sind weit mehr als Bildungseinrichtungen – sie sind Orte des Zusammenhalts, des Dialogs und der Teilhabe. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie und zur Gestaltung einer lebenswerten Stadt. Es ist mir eine Freude, die Leitungstagung 2025 in Aachen willkommen zu heißen – in einer Stadt, die wie kaum eine andere für Vielfalt, Austausch und grenzüberschreitendes Lernen steht.“

Im Verlauf der Tagung ging es außerdem um Modelle für kommunale Bürgerbeteiligungsverfahren, hier ist die Nähe zu den Menschen der Pluspunkt. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Julia Reuschenbach erläuterte, wie Volkshochschulen in Zeiten von Rechtspopulismus und wachsenden sozialen Spannungen eine demokratische Debattenkultur fördern können. Auch Volkshochschulen als so genannte „Dritte Orte“ waren Thema, Orte mit Aufenthaltsqualität ohne Konsumzwang, wie das „Haus des Wissens in Bochum oder das „Haus der Neugier“ in Aachen.

Interessante Impulse gingen auch von den Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik und der kommunalen Spitzenverbände aus, ebenso wie von Mitarbeitenden des für die Weiterbildung zuständige NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft.

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