Erfolgreich Lehren – Autonomie der Lernenden stärken
Fortbildungen für Lehrkräfte im Zweiten Bildungsweg
Ausgangslage
Der Zweite Bildungsweg an Volkshochschulen hat sich zu einem wichtigen Bildungsangebot für Menschen entwickelt, die ihre Bildungsbiografie aktiv gestalten möchten. Die Teilnehmenden bringen vielfältige Lebenserfahrungen und unterschiedliche Bildungshintergründe mit – viele haben das deutsche Schulsystem nicht vollständig durchlaufen oder Deutsch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter erlernt. Nicht selten bringen sie auch herausfordernde Vorerfahrungen mit Schule und Lernen mit, die den Einstieg erschweren können.
Moderner Unterricht im Zweiten Bildungsweg zielt darauf ab, die Teilnehmenden als selbstständige Lernende zu stärken. Sie sollen nicht nur Wissen erwerben, sondern lebenslang nutzbare Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, erfolgreiche Kommunikation und die Fähigkeit zum eigenverantwortlichen Lernen entwickeln. Dieser Ansatz des aktiven Lernens erfordert von den Lehrkräften besondere didaktische und methodische Kompetenzen.
Lehrkräfte im Zweiten Bildungsweg bringen vielfältige berufliche Hintergründe mit und müssen sich schnell in die besondere pädagogische Praxis einarbeiten. Die zunehmende Heterogenität der Lerngruppen erfordert vertiefte inklusive Bildungsansätze und interkulturelle Kompetenzen. Gleichzeitig sind die bestehenden Fortbildungsangebote des Landes für diese Zielgruppe oft nicht zugänglich oder unzureichend auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten – insbesondere fehlen Angebote zu erwachsenengerechten Lehr- und Unterrichtsmethoden, Verständlichkeit und dem Umgang mit heterogenen Lerngruppen.
Ziel des Projekts
Das Projekt „Erfolgreich Lehren – Autonomie der Lernenden stärken“ zielte darauf ab, praxisorientierte Fortbildungsangebote zu entwickeln, die Lehrkräfte im Zweiten Bildungsweg in ihren didaktischen Fähigkeiten stärken. Durch gezielte Unterstützung sollen Lehrkräfte ein kognitionspsychologisches Verständnis für Lernprozesse entwickeln und befähigt werden, selbstständiges und problemorientiertes Lernen zu fördern.
Die Fortbildungen sollen konkrete Methoden und Strategien vermitteln, um Lernende effektiv zu aktivieren, ihre Autonomie zu fördern und kooperative Lernformen zur Vermittlung wichtiger Schlüsselkompetenzen erfolgreich einzusetzen. Langfristiges Ziel ist die Verbesserung und Sicherung der Unterrichtsqualität im Zweiten Bildungsweg.
Vorgehensweise
Das Projekt wurde in drei Phasen umgesetzt:
Phase 1 (Juli 2024 bis April 2025): Entwicklung
Für die Erstellung der Fortbildungskonzepte wurden qualifizierte Lehrkräfte aus der Erwachsenenbildung, besonders aus dem Zweiten Bildungsweg, gewonnen. So wurde sichergestellt, dass die Besonderheiten hinsichtlich der Teilnehmenden, der Lehrkräfte und der organisatorischen Rahmenbedingungen ausreichend berücksichtigt wurden. Erste Probedurchläufe mit einer Testgruppe aus Lehrkräften lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung.
Phase 2 (Februar bis Dezember 2025): Erprobung und Evaluation
Auf Grundlage der ersten Evaluationsergebnisse wurden die Fortbildungskonzepte inhaltlich überarbeitet und grafisch aufbereitet. Insgesamt wurden sieben praxisorientierte Workshops durchgeführt, die den Teilnehmenden konkrete Methoden und Strategien vermittelten. Begleitend wurden Unterstützungsmaterialien bereitgestellt, um das Gelernte in den Fachunterricht zu integrieren. Kontinuierliches Feedback ermöglicht die fortlaufende Anpassung der Angebote.
Den Abschluss bildete eine zweitägige Fachtagung in Dortmund, bei der Einblicke in drei Fortbildungen gegeben wurden.
Phase 3 (ab Januar 2026): Verstetigung
Die Fortbildungen werden dauerhaft in das Angebot des Landesverbands integriert und regelmäßig angeboten. Neue Module werden nach Bedarf entwickelt und aufgenommen. Durch kontinuierliche Evaluation und Feedback von Teilnehmenden und Dozent*innen wird das Angebot laufend an aktuelle Entwicklungen angepasst.
Ergebnisse und Transfer
Das Projekt hat sieben erprobte und evaluierte Fortbildungsmodule mit grafisch aufbereiteten Materialien hervorgebracht, die online durchgeführt werden und für die Lehrkräfte kostenlos sind. Die Erkenntnisse aus den Evaluationen erleichtern die Planung weiterer Fortbildungen und tragen zur Stärkung der didaktischen Kompetenzen von Lehrkräften im Zweiten Bildungsweg bei.
Die Fortbildungen fördern Methodenvielfalt und -effektivität im Unterricht, verbessern die Unterrichtsqualität durch effektive Lernaktivierung und erhöhen die Zufriedenheit und Motivation der Lehrkräfte. Dies wirkt sich positiv auf das Lernklima und die Lernergebnisse aus – Teilnehmende im Zweiten Bildungsweg profitieren von verbesserten Lernerfahrungen und eignen sich Kompetenzen an, die sie für die heutige und zukünftige Arbeitswelt benötigen.
Durch die breite Einbeziehung der Einrichtungen während der Konzeption und Erprobung sowie die detaillierte Vorstellung auf der Fachtagung wird das Fortbildungsangebot zunehmend bekannter und trägt nachhaltig zur Qualitätssteigerung im Bildungsbereich bei.
Mehr Informationen zu den einzelnen Fortbildungen und den nächsten Terminen finden Sie hier.
Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen