Nachlese zu „Städte im Wandel- Bürger/innen engagieren sich in ihrer Stadt“

Der Landesverband der Volkshochschulen in NRW hat am 04.07. 2013 eine Tagung zum Thema „Transition Town“ organisiert. Ca. 30 hauptamtlich pädagogische Mitarbeiter aus den Referaten politische Bildung sowie Umwelt haben sich in Köln getroffen, um über mögliche Kooperationswege zwischen Volkshochschulen und engagierten Bürgern zu diskutieren.

Transition Town Gruppen initiieren nachhaltige Regionalprojekte, die zum Ziel haben, ihre Stadt sozialer und umweltfreundlicher zu gestalten. Besonders populär sind beispielsweise Gemeinschaftsbeete und -gärten, die zurzeit in vielen, deutschen Großstädten angelegt werden. Wie vielfältig Transition Town sein kann, erläuterte der langjährige Aktivist Sebastian Becker in seinem Vortrag zum Thema „Neue Formen der Bürger-Lehr(n)-Räume“. Dabei schilderte er seine Erfahrungen, die er durch die Zusammenarbeit der VHS Göttingen und der dortigen Transition Town Gruppe gesammelt hat. (Download am Seitenende)

In Nordrhein-Westfalen gibt es ebenfalls Volkshochschulen, die mit dieser aktuellen Bewegung kooperieren. Kolleginnen und Kollegen, unter anderem von der VHS Essen und Köln, berichteten in einer anschließenden Podiumsdiskussion über ihre bisherige Zusammenarbeit mit Gruppen aus ihrer Stadt. Dabei wurden die Impulse Sebastian Beckers aufgegriffen und im Hinblick auf die Handlungsmöglichkeiten der Volkshochschulen diskutiert. Es wurde deutlich, dass trotz einiger arbeitsstruktureller Hürden das Interesse besteht, sich für diese Bewegung zu öffnen. Die Volkshochschulen können ihr Potential nutzen und sich als eine Art Plattform für Transition Town anbieten, dadurch kann vor allem die Vernetzung der Engagierten gestärkt werden, so das Fazit einer inspirierenden Diskussion.

Im Anschluss stellte Udo Schneidereit, Umweltreferent im Landesverband der Volkshochschulen NRW, ein neues Projekt zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung vor. Bis zu 30 Volkshochschulen können sich nun qualifizieren, für die VHS-Initiative „Zukunft nachhaltig gestalten“ Stützpunktzentren und eine Wanderausstellung anzubieten. Dadurch ist ein anspruchsvolles Bildungsangebot für nachhaltige Entwicklung vor Ort gewährleistet. Einen Einblick in den Entwurf der geplanten Ausstellung gab Thomas Heine von der Agentur IMAGO GmbH, der gemeinsam mit dem Künstler und Friedensforscher Andrés Ginestet das Konzept entwickelt hat. Im Mittelpunkt werden keine Fakten, sondern Ansichten der Menschen stehen, die Verantwortung für ihren Lebensraum übernehmen wollen. (Download am Seitenende)

Abgerundet wurde die Tagung durch eine Fotopräsentation der Kölner Transition Town Bewegung. Judith Levold, Journalistin und Stadt-Aktivistin, stellte das Urban Gardening Projekt NeuLand vor, bei dem jede/r willkommen ist, mitzugärtnern. Levold berichtete, wie aus einem Brachland mitten in Köln innerhalb eines Jahres  ein mobiler Gemeinschaftsgarten auf Zeit entstanden ist, der vor allem Umweltschutz und bürgerschaftliches Engagement fördert. Die VHS Köln beteiligt sich ebenfalls an der Initiative, indem sie vor Ort Gärtnerkurse für interessierte Kölner anbietet. (mehr unter www.neuland-koeln.de)

Am Ende der Tagung waren alle Neugierige noch herzlich eingeladen, den mobilen Garten zu besuchen und sich ein eigenes Bild von einer Stadt im Wandel zu machen.

Von Christina Reul