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Volkshochschulen fordern bundesweit Bildungsoffensive für Flüchtlinge

Pressemitteilung des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW e.V., 21.09.2015

21.09.2015

Nach dem Deutschen Volkshochschulverband (DVV) fordert auch der Landesverband der Volkshochschulen von NRW (LV VHS NRW) den Ausbau von Strukturen und Personal durch zusätzliche Mittel für eine landesweite Koordinationsstelle und die Umsetzung von integrativen Bildungsmaßnahmen für Flüchtlinge in NRW.

Mit Sprach- und Integrationskursen und weiteren integrativen Angeboten haben auch die Volkshochschulen in NRW in den vergangenen Monaten verstärkt für zehntausende Flüchtlinge Willkommenskultur konkret gemacht. Lange Schlangen bei der Kursanmeldung und monatelange Wartelisten für einzelne Kurse zeugen aber auch davon, dass die rapide steigende Nachfrage nach ihren Angeboten die Volkshochschulen an den Rand ihrer Kapazitäten bringen.

Der enorme Ansturm auf die Bildungsangebote stellt die Volkshochschulen in NRW vor massive Herausforderungen, u.a. auf infrastruktureller Ebene. Eine aktuelle Umfrage des LV VHS NRW zeigt, dass die Mehrheit der Volkhochschulen ihr bereits vorhandenes Angebot für Flüchtlinge geöffnet hat. Darüber hinaus werden für etwa 5.500 Flüchtlinge in NRW weit über 300 zusätzliche Deutschkurse mit insgesamt etwa  45.000 Unterrichtsstunden organisiert; ein organisatorischer Kraftakt für die Volkshochschulen, die ohne erweiterte landesweite Strukturen und entsprechende Steuerung ihr Knowhow und weitere Ressourcen mobilisieren mussten. „Die Kommunen und ihre Volkshochschulen können ein solches Programm mit vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen nicht alleine stemmen, zumal die Landesförderung der Weiterbildung seit Jahren gedeckelt ist“, so die erste stellvertretende Vorsitzende des LV VHS NRW, Barbara Lorenz-Allendorff.

Hinzu kommt, dass es in NRW kaum zusätzliche Sprachförderprogramme gibt, obwohl hier ein Fünftel aller Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, eine neue Heimat finden. Ausnahme ist eine Maßnahme des Ministeriums für Schule und Weiterbildung von NRW, das für 2015 500.000 € Fördermittel für zusätzliche Sprachkurse für Flüchtlinge in Einrichtungen der öffentlich geförderten Weiterbildung bereitgestellt hat (davon 240.000 EUR für die Volkshochschulen). Die Mittel waren nach wenigen Tagen abgerufen.

Zusätzlich verschärft sich die Situation durch den enormen Bedarf an qualifiziertem Lehrpersonal. Die begrüßenswerte Initiative des Landes, 2.600 zusätzliche Lehrkräfte für Flüchtlinge in Schulen anzustellen, sorgt dafür, dass im Bereich der Weiterbildung für bestehende Maßnahmen, wie z.B. Integrationskurse, kaum noch qualifiziertes Lehrpersonal vorhanden ist. Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen brauchen und erhalten von den Volkshochschulen professionelle Unterstützung und Beratung, auch hier bisher ohne zusätzliche Mittel.

„Wir schätzen den Bedarf an Personal alleine schon, um die vielfältigen Maßnahmen zwischen Bund, Land und Kommunen systematisch zu koordinieren und vor Ort umzusetzen, auf mindestens 100 zusätzliche Stellen. Um eine notwendige Offensive für Weiterbildung für erwachsene Flüchtlinge zu realisieren, müssen daher dringend zusätzliche Mittel für den Nachbau von Strukturen und Personal zur Verfügung gestellt werden. Nur so können Flüchtlinge ihre beruflichen Qualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zügig zur Verfügung stellen“, so die Direktorin des LV VHS NRW, Ulrike Kilp.

Ansprechpartnerin:
Ulrike Kilp, Direktorin des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW

Tel. 0211/542141-11,  E-Mail: kilp(at)vhs-nrw.de

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