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Resolution der Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW e.V. - Flüchtlinge brauchen Sprache

22.05.2015

Angesichts weiterhin steigender Flüchtlingszahlen in NRW und in den Kommunen wurden beim 2. Flüchtlingsgipfel am 15.04.2015 in der Staatskanzlei des Landes NRW weitere Maßnahmen zwischen den Ressorts der Landesregierung und zivilgesellschaftlichen Gruppen abgestimmt. Wir begrüßen die Initiative des Landes NRW, die Bedarfe zur Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen durch dieses Gremium zu steuern.

Wir erneuern unser Angebot, dass der Landesverband der Volkshochschulen von NRW sich mit seinen 132 Mitgliedseinrichtungen und den Kommunen in die landesweite Strategie zur Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen aktiv einbringt.

Eine Maßnahme nach dem 1. Flüchtlingsgipfel im Oktober 2014 war auch die Bereitstellung von 500.000 € für zusätzliche Sprachkurse für Flüchtlinge in Einrichtungen der öffentlich geförderten Weiterbildung. Hiervon entfielen 240.000 EUR auf die 130 Volkshochschulen in NRW. Hiermit werden in den nächsten Monaten insgesamt ca. 2.400 Flüchtlinge einen Einführungssprachkurs mit max. je 100 Unterrichtsstunden besuchen können. Das Antragsverfahren wurde unbürokratisch und zügig auf den Weg gebracht. Die Volkshochschulen führen derzeitig 62 Kurse mit ca. 1.240 Personen durch. Das zeigt auch, dass die Volkshochschulen in NRW sehr kurzfristig in der Lage sind, entsprechendes Knowhow und Ressourcen zu mobilisieren.

Im Rahmen des Antragsverfahrens für diese Fördermittel wurde deutlich, dass der Bedarf weitaus höher ist. Von 130 Volkshochschulen beantragten 102 einen Kurs. 40 Anträge mussten abgelehnt werden, da die Fördermittel bereits ausgeschöpft waren.

Da jede VHS nur einen Kurs beantragen konnte, wurde nicht erfasst, wie viele Anträge insgesamt in einem offenen Verfahren eingegangen wären.

Der tatsächliche Bedarf an zusätzlichen Sprachkursen lässt sich daher nur erahnen. Allein im Jahr 2014 wurden in NRW 40.046 Erstanträge auf Asyl gestellt, zwischen Januar und März 2015 waren es bereits 17.480 Anträge (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

Da Menschen im Asylverfahren keinen Zugang zu den Integrationskursen haben, wissen wir also, dass es selten Alternativen zu zusätzlichen kostenlosen Sprachkursen gibt, um systematisch die deutsche Sprache zu lernen. Es dürften daher zehntausende Menschen in NRW sein, die bisher keinerlei Sprachförderung erhalten.

Da sich abzeichnet, dass bestimmte Flüchtlingsgruppen aufgrund des andauernden Krieges in ihren Heimatländern (z.B. aus Syrien und dem Irak) auf unbestimmte Zeit in NRW bleiben werden, ist es dringend geboten, ihnen ansatzweise eine Chance zum Spracherwerb als erste und wichtigste Voraussetzung zur Integration zu ermöglichen.

Daher appelliert die Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW e.V. an die Landesregierung von Nordrhein Westfalen, dass sie die nötigen Strukturen und Mittel bereitstellt, damit Flüchtlinge möglichst unbürokratisch und zügig nach ihrer Ankunft professionelle Sprachförderung in den Volkshochschulen erhalten können.

Bielefeld, 08.05.2015

Dateien zum Download:
20150522_Resolution_MV_08.05.2015_Fluechtlinge_fdh_01.pdf271 K

 


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