Integration gelingt mit der Weiterbildung in NRW

Die große Integrationsaufgabe in Deutschland und NRW hat viele Anbieter auf den Plan gerufen, sich an den vielfältigen Aufgaben zu beteiligen und zu partizipieren. Wirtschaftliche Interessen spielen hierbei in der Regel auch eine Rolle. Die Volkshochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung in anderer Trägerschaft stehen seit jeher für Integration durch Bildung – sowohl für Zugewanderte als auch für die Aufnahmegesellschaft.

Daher waren insbesondere die Volkshochschulen mit ihrem langjährig erfolgreichen Angebotsbereich „Deutsch als Fremdsprache“ und insbesondere als bundesweit größter Träger für Integrationskurse des BAMF maßgeblich von der großen Anzahl von Flüchtlingen im letzten Jahr gefordert, die von Bund und Land zur Verfügung gestellten Maßnahmemittel umzusetzen und möglichst vielen Flüchtlingen ein passendes Sprachkursangebot anzubieten. Dabei war seit Herbst 2015 überdeutlich, dass die Maßnahmeförderungen nicht in die gleichermaßen notwendig gewordene Aufstockung von hauptamtlichem Personal (HPM und Verwaltung) flossen.

Dank der Rückmeldungen zu einer im Januar durchgeführten Umfrage zur Lage in den Einrichtungen konnten aktuelle valide Zahlen erhoben werden, die den Handlungsdruck zum Ausbau der Weiterbildung in NRW bestätigte (Umfrageergebnisse). Daher entschloss sich „die Stimme“ der 460 Einrichtungen der Weiterbildung in NRW, der Gesprächskreis für Landesorganisationen der Weiterbildung in NRW, zu einer „Bildungsoffensive für Flüchtlinge“.

Seit November 2015 wurden verschiedene Positionspapiere zur Begründung einer zusätzlichen Landesförderung, insbesondere für Personal, an den Landtag bzw. an alle Fraktionen adressiert (3  Links im Depescheordner Integration). Im Antrag der Fraktionen der SPD und  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Gelingende Integration von Flüchtlingen. Ein Integrationsplan für NRW.“ vom 23.02.2016 wird deutlich, dass die Regierungsfraktionen darin in zentralen Handlungsfeldern auf das Fachwissen und die Handlungskompetenz der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in NRW setzen (Antrag).

Der Gesprächskreis war im Anhörungsverfahren zu diesem Antrag beteiligt und hat auch die Volkshochschulen in ihrer besonderen Bedeutung im Bereich des Spracherwerbs und des Nachholens von Schulabschlüssen für Flüchtlinge vertreten (Stellungnahme Expertenanhörung). Darin fordert der Gesprächskreis „ein langfristig angelegtes Offensivprogramm außerhalb der Grenzen des Weiterbildungsgesetzes, das sowohl Maßnahmen- als auch Strukturförderung unbürokratisch beinhaltet. Der Einsatz der zusätzlichen Mittel muss sich an dem Bedarf vor Ort orientieren und muss den Einrichtungen überlassen bleiben. Nach unseren Berechnungen gehen wir derzeit von einem Bedarf von min. zusätzlich jährlich 20 Mio. Euro aus.“

Bis zum Abschluss der Beratungen im Landtag, die voraussichtlich bis Mitte Juni 2016 dauern, stehen weitere Gespräche mit den Landtagsfraktionen auf dem Plan. Ziel ist es, dass bereits 2016 und in den Folgejahren die Volkshochschulen zusätzliches Personal für Integrationsaufgaben einstellen können, ohne dass die Kommunen mit Eigenmitteln kofinanzieren müssen.